Antworten auf häufig gestellte Fragen


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Frage: Wie sind Sie auf den Gedanken gekommen, Romane zu schreiben?

Antwort: Ein guter Freund von mir ist Schriftsteller. Er war sehr erfolgreich beim Verfassen von Kurzgeschichten und hat auch einen Jugendliteraturpreis gewonnen. Eines Tages beschloss er, an einem Krimiwettbewerb teilzunehmen. Ohne Polizeierfahrung war er in diesem Bereich etwas hilflos, weshalb er mich öfter anrief und ausfragte. Wir kennen uns schon fast vierzig Jahre und frotzeln hin und wieder. Ich sagte ihm: "Wenn du ständig fragst, kann ich doch gleich selber den Roman schreiben." Seine Antwort: "Toll, dann mach das doch." So entstand mein erster Roman, dem noch viele folgten.

 

Frage: In "Seine Heiligen" schildern Sie die Bekehrungsgeschichte einer Familie zu den Mormonen. Haben Sie das alles erlebt?

Antwort: Im April 2004 bin ich vierzig Jahre Mitglied in der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage (auch Mormonen genannt). Natürlich habe ich im Laufe dieser Zeit sehr viele Erfahrungen machen dürfen, die hier und da in meine Texte einfließen. Der Roman "Seine Heiligen" ist jedoch fiktiv und zeigt das Leben einer heutigen Mormonenfamilie in Deutschland. Wichtig war mir, unser Selbstverständnis von Gott als unserem Vater im Himmel darzustellen.

 

Frage: Gibt es heute noch die Vielehe bei den Mormonen?

Antwort: Nein. Die Vielehe wurde vor über einhundert Jahren abgeschafft und wer heute danach lebt, wird aus der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage ausgeschlossen.

 

Frage: Man hört aber doch hin und wieder von Mormonen, die danach leben.

Antwort: Mag sein. Es gibt religiöse Gruppen, die sich auch Mormonen nennen und die die Mehrehe heimlich praktizieren. Weil es sich dabei um Gesetzesbrecher handelt, wird über sie wie alle anderen Straftäter gerne in den Medien berichtet. Auf gar keinen Fall sind dies Mitglieder der Kirche, zu der ich gehöre.

 

Frage: "Durchgeknallt" schildert vieles aus dem polizeilichen Alltag. Unter anderem gibt es auch eine Passage, die in einer Nervenklinik handelt. Haben Sie ihre polizeilichen Erlebnisse in dem Roman verarbeitet?

Antwort: Ich bin während des Dienstes zusammengebrochen und kurz darauf in eine Nervenklinik gekommen. Leider weiß man bei der Berufswahl nicht immer ganz genau, was einen erwartet und wie man mit all den Dingen, die auf einen einwirken, umgehen kann. Ich habe offensichtlich vieles nicht verpacken können. Natürlich gibt es Dinge, die ich erst beim Schreiben verarbeitet habe. Da denke ich besonders an die Obduktionsszene. Ich war damals "Durchläufer" bei der Kripo und war dann zum ersten mal im Leben bei einer Obduktion anwesend. Diese Erfahrung werde ich wohl mein Leben lang nicht vergessen. Als ich die Passage für den Roman schrieb, war ich nassgeschwitzt und nervlich fast am Ende. Über drei Stunden schrieb ich daran und ich wollte immer wieder alles hinwerfen und aufhören. Als ich dann fertig war, konnte man meine Unterwäsche auswringen, aber ich hatte einen riesigen Schritt für meine Gesundung getan. Von da an konnte ich über meine Polizeierfahrungen reden, ohne immer gleich nervlich daneben zu sein. Wenn ich heute einen "miesen Tag" habe, dann sind einige Erlebnisse noch recht real. Ansonsten macht es mir aber kaum noch etwas aus, darüber zu reden und zu schreiben.

 

Frage: Aktuelles Thema Missbrauch. Haben Sie da Erfahrungen und wollen Sie darüber schreiben?

Antwort: Erfahrungen ja - schreiben, nein. Das sind Erfahrungen aus dem Polizeidienst, über die ich nicht mehr nachdenken möchte und worüber ich folgerichtig auch nie schreiben werde.

 

Frage: Sie schreiben in "Durchgeknallt" über einen Serienmörder, das ist doch auch nicht gerade Lektüre zum Einschlafen. Wie vereinbart sich das mit dem, was Sie gerade sagten?

Antwort: Mag sich komisch anhören, aber Einsätze, wo Kinder oder misshandelten Ehefrauen betroffen waren, sind mir immer ganz besonders unter die Pelle gegangen. Beide sind so völlig hilflos und schutzbedürftig.

 

Frage: Andere nicht??

Antwort: Sehen Sie, bei einem Mord hat man die Leiche. Von den Leiden hört man nichts mehr, allenfalls kann man Spuren davon sehen. Schauen Sie aber mal einem missbrauchten oder misshandelten Kind oder einer Frau in die Augen und sehen Sie diese Qual, dann haben Sie bis an Ihr Lebensende genug davon. Ich bin wirklich dankbar, dass ich damit nichts mehr zu tun habe. Außerdem, es gibt so viele andere Themenbereiche, über die man einen Kriminalroman schreiben kann.

 

Frage: Zum Beispiel?

Antwort: Über jede Straftat könnte man schreiben und davon gibt es in unserer Gesellschaft ja reichlich. Schlagen Sie morgens die Zeitung auf und schon haben Sie genügend Stoff. Ich möchte mich als Autor aber nicht auf "Krimis" festlegen. "Seine Heiligen" ist beispielsweise völlig anders. Satirische Erzählungen habe ich auch geschrieben und sogar einen kleinen Liebesroman.

 

Frage: Wie Sind Sie auf die Idee gekommen?

Antwort: Ich schreibe immer das, was mich gerade bewegt. Für meine Kinder schrieb ich unter anderem den "Loser". Für meine Frau schrieb ich "Janny". "Seine Heiligen" entstand, weil ich recht oft Umgang mit Menschen habe, die mich nach "meiner" Religion befragen.

 

Frage: Machen Sie sich ein Konzept und schreiben danach?

Antwort: Kann man nicht sagen. Mir gehen viele Gedanken durch den Kopf. Ich liege oft so vor mich hin und träume, wobei ich fiktive Filme sehe. Dann setze ich mich irgendwann an den Rechner und beginne. Ich "sehe" die Personen förmlich vor mir und schreibe das auf, was sie gerade tun, so entsteht ein Roman. Das ist für mich spannender als Fernsehen. Ich weiß nie im Voraus, was die Personen machen werden. Oft bin ich überrascht, wie sich alles entwickelt. Ganz im Anfang habe ich mir mal einen Notizzettel neben den Rechner gelegt, um dann später feststellen zu müssen, dass ich alles anders geschrieben hatte, als geplant. Von da an habe ich nur noch "aus dem Bauch heraus" geschrieben.

 

Wenn Sie noch Fragen haben, so wenden Sie sich bitte per Mail an mich. Ich werde sie dann beantworten, soweit dies möglich ist.

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© Copyright by Peter Heilmann - Aktualisiert: Mittwoch, 04-Feb-2004